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KER BEI
MIR EIN
MEN GAST
503 Jahre
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GASTHOF »SCHWARZER ADLER«
Inh. Vera Telser
Dorfplatz 7
91346 Streitberg - Wiesenttal
Telefon:0 91 96 / 92 94 90
Telefax:0 91 96 / 92 94 929
E-Mail:info@Hotel-Schwarzer-Adler.eu
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Anno Domini am 4. Octobris 1507
- vor über 500 Jahren also – verkaufte der Burgherr Jorg von Streitberg sein Besitztum, nämlich das Schloß Streitberg „mitsamt allen Kemenaten, mauern, thürmen, basteien, gräben, felsen ….“, und weiterhin veräußerte er an den gleichen Käufer, den Ritter Ludwig von Laineck: „Die Schenkstatt, Das Dorf, Die Ziegelhütten, Höf, Vieh, Brauhäuser, Fischkasten, item das Fischwasser, Die Wiesent genannt….“
Wie gut, dass der Ritter Jorg einen Kaufvertrag schreiben und im Archiv niederlegen ließ! So erfahren wir zum erstenmal von der „Schenkstatt“, von einem Streitberger Wirtshaus also, dem späteren Gasthof, der ein wesentlicher Bestandteil des Schloßbesitzes war, ein Kernstück des nachmaligen Dorfes….
Es rollt das Rad der Zeit, es kommen und gehen die Geschlechter. In den Urkunden aber, die uns die Schicksale der Menschen wiederspiegeln im Laufe von Jahrhunderten, steht verzeichnet:
„1680, den 14. Maien hat sich der durchlauchtigste Fürst Herr Christian Ernsten, markgraf zu Brandenburg, zu Magdeburg, in Preußen, zu Stettin, Pommern, Burggraf zu Nürnberg bereit erklärt, dem Johann Heim, die „würthschaft“ in Streitberg gnädigst zu verkaufen, dazu anderen zugehörigen Besitz, wie das Bräuhaus mit dem Bräugeschirr usf. und dies um eintausend Gulden fränkischer Landeswährung ….“
Dem Käufer aber, obbesagtem Joh. Heim wurde aufgetragen:
Er – Heim – sei schuldig, das Wirtshaus „ weilen dasselbe alt und baufällig – durch neue gebäude also zu richten, dass man Bequemlichkeit darinnen finden und haben könne ....“
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Und so begann 1685 der Umbau und Neubau des
„Wirtshauses in Streitberg“. Erst 1706 konnte die
Errichtung des Fachwerkbaues als abgeschlossen
betrachtet werden, wie die eingeschlagenen Majuskeln
und Zeichen berichten. Somit hatte die älteste Gaststätte
der Fränkischen Schweiz ein Gesicht erhalten, das
charakteristisch blieb bis zur Gegenwart.
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Als hier – vor diesem Haus – die Gespanne des Postrelais noch gewechselt wurden, lasen die aussteigenden und sich erholenden Reisenden die Worte, die die Erbauer des Gasthofes in die Seitenpilaster kerben ließen:
KER BEI MIR EIN MEN GAST
Ein Herzzeichen darunter erweckte nie enttäuschte Hoffnung auf einen liebenswerten Empfang.
An diesem haus entdeckten die Reisenden noch mehr: Das Signum GH des anoym gebliebenen Zimmermeisters (ZM), der den Fachbau zum Kunstwerk gefügt und säuberlich dazu Zirkel und Winkel in die Balken gehauen. Man las das Monogramm des Bauherrn ITH (Johann Thomas Heim) und seinen Beruf: W (Wirt). Er übernahm 1710 das Wirtshaus, vollendete den Bau und verstarb 1760.Und der fromme Spruch, das nur Gott allein die Ehre gebühre, beschloß damals und beschließt heute noch das Entziffern der Runen.
Wir fragen – nochmals in die Vergangenheit zurückgreifend – warum wohl der Markgraf den Neubau als „Bedingnus“ für den Käufer (J. Heim) gestellt hat. Ein Pergament gibt dazu Auskunft:
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„weilen Sr. Markgräflichen Durchlaucht Räthe und Diener im alten Gebäude ansonsten nicht die geringste Accomodation gehabt hätten ….“
Demnach war das „Streitberger Wirtshaus“ auch als Logis der Markgräfischen gedacht, es war ein priviligiertes Haus, das mit Fug Recht das markgräfliche Wappentier, den „Schwarzen Adler“ führen durfte.
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Gasthof „Scharzer Adler“ …. es rollt das Rad der Zeit, es kommen und gehen die Geschlechter. Name auf Name reiht sich in Besitz- und Pachturkunden des Gasthofes: die Federische Wittib' (1721), Friedrich Häfner, Johann Friedrich Häfner (1744), Elias Frierich Häfner (1778) J.G. Imhof (1789), M.L. Fink (1793), J.Th. Windisch (1800), K. Mühlhäuser (1842), G.F.Örtel (1852), N.Schreyer (1864), K. Hermann (1865), und H.Lehmann (1868), Schicksale, die einen dicken Romanband füllen würden, Schicksale die das alte Haus – immer verjüngt – überlebt hat.
1871, am 28.März, kaufte der Henry Gottfried Schütz „aus Allentown in Pensylvania“ das Besitztum „Schwarzer Adler“ Dieser Heinrich Schutz stammt aus Thüringen, aus Schwabhausen bei Gotha. Er wanderte nach Amerika aus und kehrte wohlhabend zurück. A. D. 1882 übernahm sein Sohn Heinrich Schütz jun., der Vater des jetzigen Besitzers, den Gasthof. Seit 1926 ist Fritz Schütz der Eigentümer.
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Zuletzt sucht man nach dem Sinn der Geschichte, die sich auch in der Chronik des Gasthofes
„Schwarzer Adler“ zu Streitberg in Namen und Daten dokumentiert. Vielleicht liegt dieser Sinn in der für ein ganzes geleisteten ehrlichen Arbeit. Damals, vor Jahrhunderten erwarb Johann Heim aus Ritterland ein verfallenes Gut, formate es um im Neubau und gestaltete es nach seinem Sinn. Seither reihte sich eintönig nur Name an Name von Wirten, Besitzern und Pächtern. Sie alle verraten keinerlei Versuche zu neuer Prägung. Bis 1871 die Familie Schütz auf den Plan tritt. Mit ihr beginnt eine neue Zeit. Schon hatte die Romantik die Schönheit der „Fränkischen Schweiz“ entdeckt und die ihr folgende Entwicklung des Fremdenverkehrs erhebt Forderungen . Neue Ideen erzwingen neues Handeln. So wird 1920 dem Gasthof „Schwarzer Adler“ die Adlerbrennerei angegliedert, denn Franken ist das Land des „Wohlbekomms!“, des guten Schnäpsles, des edlen Likörs. –dann fällt der Putz vom Giebel des Gasthofes -
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*) Alle in dieser Schrift verarbeiteten geschichtlichen Daten entstammen echten geschichtlichen Dokumenten, die im Bayerischen Staatsarchiv in Bamberg im Original aufliegen. Die alte Schreib- und Ausdrucksweise wurde von uns modern lesbar wiedergegeben. Dr. A. Bergmann (als Bearbeiter)
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Diese Chronik des Gasthofes „Schwarzer Adler“ in Streitberg, Fränkische Schweiz, wurde herausgegeben im Jahre 1959, anlässlich des nachweisbar 450 jährigen bestehens, und wird höfl. überreicht allen Gästen und Freunden des Hauses
Zeichnungen von Ernst Wegert, Text von Dr. A. Bergmann
2012 wurde die Chronik aktualisiert. Ergänzungen des Genealogen Dr. Thomas Schörner (siehe auch Gesellschaft für Familienforschung in Franken) wurden eingearbeitet.
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Seit 503 Jahren
GASTHOF „SCHWARZER ADLER“
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